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Wie Simulation die Automobilentwicklung vorantreibt

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Computational Intelligence: Simulation, Optimierung und KI 

Um einer ganzheitlichen Fahrzeugbetrachtung gerecht zu werden, stellen viele Unternehmen ihre Entwicklungsabläufe um und vereinen den physischen Test mit der Simulation in einer Abteilung.

Dr. Royston Jones, Altair, über Trends in der Automobilentwicklung
Dr. Royston Jones CTO, Altair Product Design & Sr. VP, Auto, Altair
(Bild: Altair Engineering)
  • Was sehen Sie als die wichtigsten Trends im Automobildesign?

    Der Haupttrend, den ich in der Industrie derzeit sehe, ist der intensive Einsatz von Computational Intelligence, also Simulation, Optimierung und KI (auf Datenbasis). Das ist die entscheidende Technologie, um in kürzerer Zeit Fahrzeuge zu entwickeln, die eine effiziente Umsetzung von Gewichts- und Leistungsvorgaben erfordern, und die Anzahl physischer Prototypen zu reduzieren, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen. Das volle Potenzial der Technologie wurde bisher noch nicht voll ausgeschöpft, aber wir sehen gerade, wie sie die Herangehensweise an die Fahrzeugentwicklung neu definiert.

    Mit der Einführung von batteriebetriebenen Fahrzeugen zeigt sich ein weiterer wichtiger Trend, mit dem eine engere Integration zwischen Rohkarosserie und der Kombination aus Antriebstrang und Batterie erreicht wird. Um einer ganzheitlichen Fahrzeugbetrachtung gerecht zu werden, stellen viele Unternehmen ihre Entwicklungsabläufe um und vereinen den physischen Test mit der Simulation in einer Abteilung.

  • Wie kann Simulation den Bedarf an physischen Prototypen reduzieren?

    Hier kommt der neue Trend ‚Virtual Validation 2025‘ ins Spiel, bei dem Validierungstests mit Hardware durch Simulationen ersetzt werden. Hardwaretests sind zeitaufwändig und kostspielig, während Simulationen etwa durch Worst-Case-Ansätze mehr Produktvariationen abdecken. Ihr größter Vorteil in der Automobilindustrie liegt in der parallelen Nutzung während der Entwicklung. Ergebnisse aus dem Engineering wie Konzepte, Schaltpläne oder Layouts können frühzeitig simuliert werden, um Erkenntnisse zu gewinnen, bevor ein Prototyp entsteht. Dadurch lassen sich physische Prototypzyklen deutlich reduzieren und Entwicklungsprozesse optimieren.

  • Was bedeutet das für den Entwicklungsprozess?

    Durch die Reduzierung realer Prototypen können Produkte schneller auf den Markt gebracht und Marktanteile gewonnen werden. Ein weiterer Effekt sind geringere Entwicklungskosten, da Prototypen sehr teuer sind. Deshalb haben sich viele Unternehmen eine Entwicklung ohne Prototypen zum Ziel gesetzt.

  • Welche Funktionen des softwaredefinierten Fahrzeugs profitieren besonders von Simulationsanwendungen?

    Software Defined Vehicles (SDV) ist ein Trend aus der kommerziellen Elektronik, der Autos durch Software- und Hardwareanpassungen konfigurierbar und aktualisierbar macht. Zentrale Recheneinheiten mit erweiterbarer Hardware ermöglichen Upgrades wie mehr RAM oder neue Erweiterungskarten. Simulationen sind entscheidend für die SDV-Hardwareentwicklung, indem sie Schaltungen analysieren und zukünftiges Verhalten eines Produktes vorhersagen. Zudem ermöglichen einige Altair-Tools die Generierung von C-Code für Mikroprozessoren und Hardware-in-the-Loop-Analysen, um die Integration von Hardware und Software zu optimieren.

  • Wie wird künstliche Intelligenz die Produktentwicklung in der Zukunft beeinflussen?

    Automobilingenieure verbringen viel Zeit mit Dokumentation und wiederholbaren Aufgaben, da Sicherheitsrisiken vor der Massenproduktion zu berücksichtigen sind. KI wird hier den größten Einfluss haben, indem sie Ingenieure von repetitiven Arbeiten entlastet und ihr F&E-Potenzial freisetzt. KI-Lösungen lernen aus vorhandenen Daten und eignen sich besonders für vorhersehbare Prozesse. In der Forschung und für die Umsetzung von Innovation bleiben Ingenieure jedoch unersetzlich. Dank KI können sie sich nun stärker auf kreative und bahnbrechende Entwicklungen konzentrieren, während Routineaufgaben automatisiert werden.

Innenraumsimulation.
(Bild: Altair Engineering)

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