Mit DAPComputationalGeometry veröffentlicht der RWTH-Lehrstuhl Digital Additive Production robuste Open-Source-Geometrie-Algorithmen. Sie senken Rechenzeit und Arbeitsspeicherbedarf in AM-CAM-Software.
3D-Modell eines genesteten Baujobs, erzeugt mit der DAP-Nesting-Software. Als Zielgröße wurde die relative Nesting-Dichte verwendet.
Die Belastbarkeit digitaler Fertigungsprozesse entscheidet sich bereits bei der Überführung von Konstruktions- in Fertigungsdaten. Geometrische Informationen müssen dabei vollständig und eindeutig übertragen werden. Zugleich müssen sie sich auch bei wachsender Bauteilkomplexität mit vertretbarem Rechen- und Arbeitsspeicheraufwand verarbeiten lassen. Mit DAPComputationalGeometrystellt der Lehrstuhl Digital Additive Production (DAP) der RWTH Aachen Geometrie-Algorithmen für die Entwicklung von CAM-Software in der Additiven Fertigung (Additive Manufacturing, AM) als Open Source bereit. Die Bibliothek bietet robuste und performante Bausteine für die Datenaufbereitung. Unternehmen und Forschungseinrichtungen müssten diese Funktionen andernfalls mit erheblichem Eigenentwicklungsaufwand aufbauen.
Geometrie-Algorithmen für robuste und performante CAM-Software
AM-CAM-Funktionen (Computer Aided Manufacturing) wie die Orientierung von Bauteilgeometrien und ihre überlappungsfreie Positionierung im Bauraum durch Nesting beruhen auf Algorithmen zur Geometrieverarbeitung. Welche Algorithmen eingesetzt werden und wie sie implementiert sind, beeinflusst maßgeblich den Rechenaufwand, den Arbeitsspeicherbedarf und die Robustheit einer AM-CAM-Software. Das wirkt sich wiederum auf Herstellkosten, Durchlaufzeit und Qualität additiv gefertigter Bauteile aus.
Mit dem Trend zu größeren Bauteilen und Maschinen mit mehreren Lasern steigen die Datenmengen, die AM-CAM-Software verarbeiten muss. Weisen Datenstrukturen und Geometriealgorithmen schlechte Skalierungseigenschaften auf, kann die Rechenzeit von einigen Minuten auf mehrere Stunden oder Tage steigen. Gleichzeitig wächst der Arbeitsspeicherbedarf um ein Vielfaches – bis an die Grenze der praktischen Nutzbarkeit.
Leistungsfähigere Recheninfrastruktur kann diese Entwicklung nur begrenzt kompensieren. In vielen Fällen ließe sich der Mehraufwand durch effizientere Geometriealgorithmen vermeiden. DAPComputationalGeometry stellt entsprechende Funktionen bereit, um AM-CAM-Software für die Bauteilorientierung, die Stützstruktur-Generierung, das Nesting, das Slicing und die Scan-Strategie zu optimieren oder neu zu entwickeln.
Die Bibliothek ist in C# implementiert und baut auf den Open-Source-Bibliotheken geometry3Sharp und Clipper2 auf. Sie enthält umfangreiche Erweiterungen und Performance-Optimierungen, insbesondere für die Verarbeitung zweidimensionaler Polygone und Vektoren. Dazu gehören beispielsweise Geometrie-Algorithmen, die mehrere Polygone zu einem Polygon aggregieren. Dadurch lässt sich das Datenvolumen bereits vor rechenintensiven Verarbeitungsschritten reduzieren. Weitere Polygonoperationen vermeiden selbstschneidende Polygone robust und bereinigen nicht benötigte Polygonpunkte. Durch die Nutzung moderner C#-Sprachfeatures wie Span und SIMD werden Translationen und Rotationen von Geometrien deutlich beschleunigt.
Für industrielle Anforderungen entwickelt
Die in DAP-CG enthaltenen Funktionen sind im Rahmen industrienaher Entwicklungsaufgaben am DAP entstanden. Bei der Entwicklung einer Software zur Nesting-Optimierung im Projekt „Industrialization and Digitalization of Additive Manufacturing“ (IDAM) führte der Einsatz eines Algorithmus zur Polygonkompression zu einer fünffachen Reduktion des Arbeitsspeicherbedarfs beim Nesting.
Auch bei der Nutzung der Polygonkompression für Software zur Berechnung von Slicing- und Scan-Strategien sind Einsparungen in ähnlicher Größenordnung möglich. In der Praxis kann dies darüber entscheiden, ob sich ein großer Baujob noch auf einem gängigen Arbeitsplatzrechner mit 32 GB RAM verarbeiten lässt oder eine Workstation beziehungsweise ein Server mit deutlich mehr Arbeitsspeicher erforderlich ist. Bei gemieteter Recheninfrastruktur bestimmt sich dadurch außerdem, wie viel Speicher tatsächlich bezahlt werden muss.
Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die Orientierer-Software des Lehrstuhls. Sie ermittelt anhand qualitäts- und kostenrelevanter Zielkriterien die günstigste Orientierung für die Fertigung eines Bauteils. Algorithmen aus DAP-CG berechnen dabei unter anderem, ob und in welchem Umfang die verschiedenen Orientierungsoptionen Stützstrukturen erfordern. Diese zählen zu den zentralen Kosten- und Nachbearbeitungsgrößen in der Additiven Fertigung.
DAP-CG in eigene Software integrieren
DAP-CG steht unter der Boost Software License, einer weitverbreiteten und permissiven Open-Source-Lizenz:
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Die Bibliothek kann damit kostenfrei in Forschung und Industrie eingesetzt werden – auch in kommerziellen und industriellen Produkten.
Das Projekt „Industrialization and Digitalization of Additive Manufacturing“ (IDAM, FKZ: 13N15084) wurde durch das damalige Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, heute Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
Quelle. Cui, Q.; Rong, V.; Chen, D.; Matusik, W. (2023): Dense, Interlocking-Free and Scalable Spectral Packing of Generic 3D Objects. In: ACM Transactions on Graphics 42 (4), S. 1–14. DOI: 10.1145/3592126.