Lösungen für typische Praxisprobleme AutoCAD Tipps & Tricks: Die Expertenrunde

Ein Gastbeitrag von Wilfried Nelkel 8 min Lesedauer

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Die Tipps der AutoCAD-Expertenrunde sollen den Umgang mit AutoCAD und seinen vertikalen Lösungen einfacher und intuitiver machen. Aus den zahlreichen Leserfragen haben wir diejenigen ausgewählt, die auch für andere Anwender besonders nützlich und praxisnah sind. Beantwortet werden sie von unserem Experten Wilfried Nelkel.

(Bild:  © MH/stock.adobe.com)
(Bild: © MH/stock.adobe.com)

Frage: In unzähligen Präsentationen wurde uns gezeigt, dass AutoCAD auch transparente Objekte darstellen kann. Dies wäre für uns vor allem für den Bereich Schraffuren interessant. Eigenartigerweise zeigt unser AutoCAD jedoch keine transparenten Objekte an, weder Linien, Bogen noch Schraffuren. Wir haben jeweils versucht, die Layer-Transparenz zu aktivieren und auch die Objekttransparenz zu verändern. Immer ohne Erfolg. Machen wir was falsch oder benötigen wir unter Umständen eine andere Grafikkarte?

Transparenz, aber wo?

Antwort: Bei der Durchsicht Ihrer Zeichnung ist mir aufgefallen, dass Sie nur im unteren Bereich des Zeichnungsfensters die Transparenz einschalten müssen. Sobald Sie die aktivieren, werden die als transparent definierten Zeichnungsobjekte auch transparent dargestellt. (Bild 1)

Bild 1: Transparenz in der Statusleiste aktivieren.
Bild 1: Transparenz in der Statusleiste aktivieren.
(Bild: Wilfried Nelkel)
Bild 2: Transparenz im Plotdialog aktivieren.(Bild:  Wilfried Nelkel)
Bild 2: Transparenz im Plotdialog aktivieren.
(Bild: Wilfried Nelkel)

Wichtig ist an dieser Stelle auch, dass diese Einstellung ausschließlich die Bildschirmtransparenz betrifft. Aus Performancegründen wurde dieser Schalter in AutoCAD eingeführt. Wenn Sie normal arbeiten und Leistungseinbußen verspüren, schalten Sie die Transparenz einfach aus. Wenn Sie diese Zeichnung mit Transparenz plotten möchte, müssen Sie zusätzlich auch die entsprechende Option im Plotdialog aktivieren, damit die Zeichnungen auch mit Transparenz geplottet werden. (Bild 2)

Nur eine Zeichnung zu öffnen

Frage: Ich arbeite mit AutoCAD 2026 und kann mir nicht erklären, wieso beim Öffnen einer zweiten Zeichnung die vorausgegangene Zeichnung immer geschlossen wird. Da ich oft Elemente von einer Zeichnung in eine andere kopiere, ist mir das gleichzeitige Öffnen mehrerer Zeichnungen enorm wichtig. Ich behelfe mir mittlerweile damit, dass ich einfach mein AutoCAD ein weiteres Mal starte, was jedoch etwas umständlich und speicherintensiv ist. Gibt es hier eine Einstellung?

Antwort: Ja, die gibt es. Hintergrund ist die Systemvariable SDI, was für „Single Document Interface“ steht. Wenn sie auf eins steht, können Sie nur nur eine einzige Zeichnung in einer AutoCAD-Sitzung öffnen. Verstellen Sie die Variable auf 0 (Null) und schön verhält sich Ihr AutoCAD wieder wie von Ihnen gewohnt und gewünscht. Ich würde an Ihrer Stelle die Systemvariable SDI zur Liste der überwachten Systemvariablen hinzufügen. Normalerweise sollte sich diese Variable nicht verstellen. Unter Umständen haben Sie eine lokale Anwendung, die diese Systemvariable verstellt.

Informationen in mehreren Layouts synchronisieren

Frage: Ich möchte in meinen Zeichnungen, die teilweise bis zu zehn Layouts besitzen, Werte im Schriftkopf nicht mehrfach eingeben, sondern einmal die Informationen eintragen. Diese Informationen sollen dann in Allen Layouts angezeigt werden. Über Attribute konnte ich nicht den gewünschten Effekt erzielen. Gibt es hier eine Möglichkeit, dies zu bewerkstelligen? Ich arbeite mit AutoCAD 2022.

Antwort: So eine Möglichkeit können Sie mit individuellen Schriftfeldern bewerkstelligen. Öffnen Sie Ihre Zeichnungsvorlage. Im großen A links oben gehen Sie auf „Zeichnungsprogramme --> Zeichnungseigenschaften“. (Bild 3)

Bild 3: Die Zeichnungseigenschaften öffnen.(Bild:  Wilfried Nelkel)
Bild 3: Die Zeichnungseigenschaften öffnen.
(Bild: Wilfried Nelkel)
Bild 4: Persönliche Schriftfelder definieren.(Bild:  Wilfried Nelkel)
Bild 4: Persönliche Schriftfelder definieren.
(Bild: Wilfried Nelkel)
Bild 5: Einfügedialog für Schriftfelder mit den im Schritt eins definierten Parametern.(Bild:  Wilfried Nelkel)
Bild 5: Einfügedialog für Schriftfelder mit den im Schritt eins definierten Parametern.
(Bild: Wilfried Nelkel)

Es erscheint eine Dialogbox mit mehreren Registerkarten, in der Sie zur Registerkarte „benutzerspezifisch“ wechseln. Tragen Sie hier über den Button „Hinzufügen“ entsprechende Namen für die gewünschten Schriftfelder ein. Als Wert können Sie etwa Ihren Namen hinterlegen und später dann diese Werte bearbeiten. (Bild 4)

Diese definierten Werte werden dann in den Schriftfeldern als Name des Schriftfelds angezeigt. So können Sie Ihren Schriftkopf mit diesen definierten Schriftfeldern ausstatten. Verändern Sie die Werte über die Zeichnungseigenschaften, werden Ihre Schriftfelder in allen Layouts automatisch angepasst. Notfalls regenerieren Sie die Zeichnung. (Bild 5)

Die Einstellungen für die Aktualisierung von Schriftfeldern erfolgt über die Optionen --> Registerkarte „Benutzereinstellungen“. Hier finden Sie im unteren linken Bereich einen Button „Schriftfeld-Aktualisierungseinstellungen…“. Klicken Sie darauf. Nun können Sie einstellen, wann Schriftfelder automatisch aktualisiert werden.

Unerwünschte Präfixe von Layernamen entfernen

Frage: Wir haben nun ein weiteres Problem, nachdem wir wie von Ihnen beschrieben, Fremdzeichnungen nicht mehr als Block in unsere Zeichnung einfügen, sondern mittels externer Referenzen mit der Bindeoption Binden-Binden. Unsere Layernamen haben nun den gesamten DWG-Dateinamen der Fremdzeichnung als Präfix, was bedeutet, dass zum Beispiel der Layername der ursprünglichen Zeichnung „Wand“ nach dem Binden nun „230907_plan importiert$0$Wand“ lautet. Das ist sehr unglücklich und unübersichtlich. Da es sich um rund 100 Layer handelt, würden wir gerne „in einem Rutsch“ das nicht gewünschte Präfix aus den Layernamen entfernen. Kann man das tun?

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Antwort: Sie können solche Dinge bequem mit dem Befehl UMBENENN in AutoCAD lösen. Starten Sie den Befehl und geben Sie in das Feld „Alter Name“ das unerwünschte Präfix, gefolgt mit einem Sternchen ein, also „230907_plan importiert$0$*“. In das Eingabefeld neben „Umbenennen in“ tippen Sie lediglich einen Stern ein. (Bild 6)

Bild 6: Textstil der ursprünglichen Zeichnung „Standard“ in der neuen Zeichnung nach Binden-Binden.(Bild:  Wilfried Nelkel)
Bild 6: Textstil der ursprünglichen Zeichnung „Standard“ in der neuen Zeichnung nach Binden-Binden.
(Bild: Wilfried Nelkel)
Bild 7: Präfix zu beliebigen Layernamen hinzufügen.(Bild:  Wilfried Nelkel)
Bild 7: Präfix zu beliebigen Layernamen hinzufügen.
(Bild: Wilfried Nelkel)
Bild 8: Suffix zu mehreren Layernamen hinzufügen.(Bild:  Wilfried Nelkel)
Bild 8: Suffix zu mehreren Layernamen hinzufügen.
(Bild: Wilfried Nelkel)

Sobald Sie nun auf den Button „Umbenennen in“ klicken, werden alle Präfixe „230907_plan importiert$0$“ entfernt.

Es gibt übrigens noch weitere Möglichkeiten, mit diesem Befehl mehrere Einträge zu verändern. Dies betrifft Blöcke, Layer, Textstile usw. Starten Sie ihn noch einmal oder „_rename“ und markieren im linken Bereich das benannte Objekt „Layer“. Im rechten Bereich markieren Sie mit strg und/oder der Großschreibtaste die Layer, denen ein Präfix vorangestellt werden soll.

Durch die Auswahl mehrerer Layernamen, verändert sich der Eintrag in der Zeile „Alter Name:“ auf „*variiert*“. Nun tragen Sie in der Zeile „Umbenennen in:“ das gewünschte Präfix ein, gefolgt von einem Sternchen „*“. Klicken Sie auf den Button „Umbenennen in:“ oder auf OK und automatisch werden allen Ihren gewählten Layern das eingegebene Präfix vorangestellt. (Bild 7)

Wenn Sie ein Suffix an Layernamen anhängen möchten, muss man mit Fragezeichen arbeiten. Hierbei verhält sich dieser Dialog etwas anders. Im gezeigten Beispiel haben wir mehrere Layer mit drei Buchstaben (es könnte genauso gut ein Buchstabe sein). Nun gibt man mindestens drei Fragezeichen (oder mehr) in der Zeile „Umbenennen in:“ ein. Nachfolgend tippt man das gewünschte Suffix ein. Ein Klick auf diesen Button übernimmt dann pro Fragezeichen den bestehenden Layernamen und setzt den Wert „_WIN-Verlag“ hinter die Layernamen. Das heißt, beim Umbenennen von mehreren Layern mit Suffix muss die Anzahl der Fragezeichen größer oder gleich der Anzahl Buchstaben des bestehenden Layernamens sein. (Bild 8)

Die hier gezeigten Techniken funktionieren auch mit Textstilen und Bemaßungsstilen/allen benannten Objekten, die man im linken Bereich des ersten Dialogs sehen kann.

Andere Plotfarben in Ansichtsfenster

Frage: Wir arbeiten mit AutoCAD 2026 im Bereich der Haustechnik und bekommen von Architekten DWG-Dateien zur Verfügung gestellt. In diesen Zeichnungen, die wir als externe Referenzen hinterlegen, zeichnen wir unsere Haustechnik (Sanitär, Lüftung usw.) ein. Hierzu zeichnen wir also nicht in den Architektenplänen, sondern zeichnen unsere Objekte „darüber“.

Nun möchten wir einen Plan auf einem einzigen Layout einmal ohne Haustechnik darstellen und in einem anderen Ansichtsfenster mit. Im Ansichtsfenster mit Haustechnik soll jedoch der Architektenplan in einem leichten Grau dargestellt werden, damit unsere Konstruktionen deutlich angezeigt werden. Die Ansicht der externen Referenz können wir durch Veränderung der Systemvariablen XDWGFADECTL einstellen.

Dies würde uns schon fast genügen, wobei hier zum Beispiel rote Objekte des Architekten zwar noch immer rot dargestellt werden, jedoch etwas ausgeblendet erscheinen. Ist es möglich, in einem Ansichtsfenster den Architektenplan „farbig“ zu plotten und in einem anderen Ansichtsfenster den Plan komplett in einer grauen Farbe auszugeben?

Antwort: Grundsätzlich ja, ein Problem tritt jedoch auf, wenn der Architekt seine Objekte nicht mit der Farbeinstellung „Von Layer“ gezeichnet hat. Folgenden Hintergrund müssen Sie hierfür wissen: Seit einiger Zeit ist es im AutoCAD nicht nur möglich, die Layer einzelner Ansichtsfenster zu frieren (also Befehl „AFLAYER“), sondern auch für einzelne Ansichtsfenster die Eigenschaften von Layer zu verändern. Dies betreffen die Farbe, den Linientyp, die Linienstärke sowie die Transparenz. Das heißt, Sie können nun neben dem Frieren einzelner Layer in einem Ansichtsfenster auch die Ansichtsfensterfarbe, den Ansichtsfensterlinientyp, die Ansichtsfensterlinienstärke als auch die Ansichtsfenstertransparenz einstellen.

Bild 9: Layerkonvertierungsprogramm in der Ribbonleiste von AutoCAD 2026.
Bild 9: Layerkonvertierungsprogramm in der Ribbonleiste von AutoCAD 2026.
(Bild: Wilfried Nelkel)

Dies gilt jedoch nur dann, wenn die Objekte mit den Eigenschaften „Von Layer“ erzeugt wurden. Angenommen der Architekt hat einer roten Linie die Objektfarbe „rot“ zugewiesen, so kommen Sie mit diesem Verfahren nicht weiter. Es gibt jedoch einen Trick, wie Sie von allen Objekten des Architektenplanes die Eigenschaften auf „Von Layer“ konvertieren können. Zu diesem Zweck öffnen Sie die Architektenzeichnung direkt in AutoCAD. Starten Sie das Layerkonvertierungsprogramm, das sich in der Ribbonleiste „Verwalten“ befindet. Alternativ tippen Sie den Befehl „_LAYTRANS“ in der Befehlszeile ein. (Bild 9)

Es erscheint nun eine Dialogbox. Im linken oberen Bereich werden die aktuellen Layer dieser Zeichnung angezeigt. Der rechte Bereich ist zunächst leer. Nun klicken Sie rechts auf den Button „Laden“ und öffnen die Architektenzeichnung noch einmal. Klicken Sie dann auf den mittleren Button „Dasselbe map.“ Dies bewirkt, dass hier keine Veränderung der Layernamen stattfindet. Nun klicken Sie auf den Button unten links „Einstellungen“. Wie Sie aus dem Bild erkennen können, gibt es hier die Möglichkeit, sowohl die Objektfarbe, den Objektlinientyp, Objekttransparenz usw. auf „Von Layer“ umzuwandeln. So ersparen Sie sich umfangreiche manuelle Veränderungen der einzelnen Objekte, zumal hier auch Blöcke verändert werden können, sofern Sie dies möchten.

Anschließend klicken Sie dann auf den Button „Konvertieren“. Zunächst werden Sie noch gefragt, ob Sie nur konvertieren möchten, oder die Konvertierungseinstellungen für spätere Verwendung speichern wollen. Hier würde dann eine sogenannte LAS-Datei erzeugt werden. Ein Klick auf „Nur Konvertieren“ genügt hier an dieser Stelle jedoch. Augenblicklich werden jetzt alle Objekte entsprechend den Layerfarben angezeigt und die Ansichtsfensterüberschreibung der Layereigenschaften funktioniert problemlos.

Noch einfacher geht es jedoch, wenn Sie der Systemvariable „XREFOVERRIDE“ den Wert 1 zuweisen. Der Vorteil ist, dass die Zeichnung, die Sie vom Architekten bekommen haben, nicht verändert wird.

Bild 10: Dieselbe DWG als XRef hinterlegt, links mit XREFOVERRIDE = 1 und rechts mit 0.
Bild 10: Dieselbe DWG als XRef hinterlegt, links mit XREFOVERRIDE = 1 und rechts mit 0.
(Bild: Wilfried Nelkel)

0 bedeutet: Wenn die Eigenschaften der Objekte (wie Farbe, Linientyp, Linienstärke, Transparenz oder Plotstil) in der externen Referenzzeichnung auf Von Layer gesetzt sind, werden alle Änderungen an den XRef-Layer-Eigenschaften in der aktuellen Zeichnung angezeigt (älteres Verhalten).

1 bedeutet: Sind die visuellen Eigenschaften der Objekte in der externen Referenzzeichnung nicht auf Von Layer gesetzt, werden Objekte auf XRef-Layern so behandelt, als wären ihre Eigenschaften auf Von Layer gesetzt, und jeder externe Referenzlayer kann über einen eigenen Satz von Überschreibungen verfügen. (Bild 10)

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