Augmented Reality im Produktdesign Weniger Prototypen, bessere Entscheidungen

Von Andreas Müller 5 min Lesedauer

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Gravity Sketch veröffentlicht Updates, um die wachsende Flut an KI-generierten 3D-Inhalten zu bewältigen. Die neuen Augmented-Reality-Funktionen senken Prototyping-Kosten und vereinen virtuelles mit physischem Produktdesign für globale Teams.

Gravity Sketch hat neue Augmented Reality-Updates für das Produktdesign veröffentlicht. (Bild:  Gravity Sketch)
Gravity Sketch hat neue Augmented Reality-Updates für das Produktdesign veröffentlicht.
(Bild: Gravity Sketch)

 Gravity Sketch, ein immersiver 3D-Arbeitsbereich, der von Kunden wie Adidas und Ford genutzt wird, hat neue Augmented Reality-Updates für das Produktdesign veröffentlicht. Diese helfen Kunden dabei, 3D-Inhalte maßstabsgetreu und im Kontext präzise zu bewerten und die Zusammenarbeit in der AR zu verbessern. Ermöglicht wurden diese Updates durch jüngste Fortschritte bei der Hardware, wie etwa integrierte Tiefenkameras in Headsets, die frühere Probleme beim Environmental Meshing und Positional Tracking gelöst haben.

Da das Volumen an 3D-Inhalten durch künstliche Intelligenz (KI) massiv ansteigt und Geopolitik sowie straffe Zeitpläne Geschäftsreisen einschränken, ist die Bedeutung einer präzisen Bewertung von 3D-Inhalten sprunghaft gewachsen. Gleichzeitig müssen Designverantwortliche Kosten senken, da eskalierende Energiepreise die Gewinne schmälern. Dies erhöht den Druck auf die Teams, teure Posten wie physische Prototypen zu reduzieren.

Bessere Abstimmung zwischen virtuellem und physischem Design

Mit den neuen Updates lassen sich räumliche Ausrichtungen erstellen, bearbeiten und speichern. Nutzer können einen virtuellen Raum und dessen Inhalte – einschließlich 3D-Modellen, Wireframes und Skizzen – präzise in der realen Welt fixieren. Diese Ausrichtungen stehen dann jedem anderen Teilnehmer im selben virtuellen Raum und am selben physischen Ort über das Umgebungsmenü in VR zur Verfügung. Nutzer können 3D-Daten über reale Objekte legen, um Ideen zu entwickeln, Modelle vor Ort zu überprüfen und ein besseres Verständnis für Maßstäbe und Designvorgaben zu gewinnen.

Durch die bessere Abstimmung zwischen virtuellem und physischem Design helfen die Updates von Gravity Sketch den Designverantwortlichen, die Anzahl der benötigten physischen Prototypen zu reduzieren, ohne dabei Fehler zu riskieren oder Abstriche bei der Qualität zu machen.

  1. Augmented Reality (AR) wird für das Produktdesign immer wichtiger, da Teams künstliche Intelligenz (KI) nutzen, um 3D-Bilder zu erstellen, die maßstabsgetreu und im Kontext bewertet werden müssen.
  2. Lieferkettenunterbrechungen und steigende Energiekosten setzen Designbudgets unter Druck. Dies erschwert den Zugang zu Materialien und lassen mehrere teure physische Prototypen nicht gerechtfertigt erscheinen.
  3. Die Verbindung zwischen virtuellem und physischem Design ist mehr denn je entscheidend, um globale Teams abzustimmen und kostspielige Fehler zu vermeiden. 
  4. Neue Updates ermöglichen es Nutzern, räumliche Ausrichtungen zu erstellen, die 3D-Modelle fest in der realen Welt verankern und es Teams erlauben, diese in einem virtuellen Raum gemeinsam zu betrachten.

Der Aufstieg von Augmented Reality im Produktdesign

Laut einem aktuellen Bericht von Autodesk nutzen bereits 98 Prozent der Führungskräfte in Design und Fertigung KI-Tools, einschließlich KI-generierter 3D-Entwürfe. Dieser Anstieg an 3D-Inhalten erhöht die Bedeutung von AR im Produktdesignprozess: Es ist die einzige Technologie, die es Teams ermöglicht, 3D-Entwürfe im echten Maßstab, im realen Kontext und mit echter Tiefenwahrnehmung zu erleben. Dies ist entscheidend, da fast alles, was Produktteams entwickeln, letztlich von Menschen genutzt wird.

„Es ist sehr schwer, Maßstäbe und Proportionen auf einem flachen Bildschirm zu beurteilen, selbst in CAD-Programmen. Deshalb fügen Menschen oft menschliche Figuren in Bilder ein und verlassen sich dennoch auf ihr individuelles räumliches Vorstellungsvermögen, das von Person zu Person variiert. Entwürfe in 3D mit echter Tiefenwahrnehmung zu sehen, macht es viel einfacher, Dinge wie Deckenhöhen, Fahrzeuginnenräume oder die Handhabung eines Werkzeugs zu beurteilen. Das führt zu besseren Entscheidungen bei Ergonomie, Layout und Produktivität, noch bevor etwas Physisches gebaut wird“, erklärt Oluwaseyi Sosanya, Mitbegründer und CEO von Gravity Sketch.

„KI und Hardware-Entwicklungen haben den Zugang und die Erstellung von 3D-Inhalten bereits vereinfacht. Die eigentliche Frage ist nun, wie Produktteams diese nutzen und darauf basierend Entscheidungen treffen“, so Sosanya weiter.

Fokus auf Kosten

Hersteller weltweit und über verschiedene Sektoren hinweg kämpfen zudem mit stark steigenden Betriebskosten und instabilen Lieferketten. Eine Umfrage der National Association of Manufacturers ergab, dass die größte Sorge für 78 Prozent der Hersteller die Unsicherheit im Handel ist. Die meisten prognostizierten zudem, dass die Materialkosten im nächsten Jahr um über 5 Prozent steigen werden. Die Risiken sind durch Energiekosten und Lieferkettenprobleme infolge des Iran-Krieges weiter gestiegen.

Dies rückt physische Prototypen in den Fokus, die zu den teuersten Posten gehören und oft auf importierten Materialien basieren. AR bietet Teams eine Möglichkeit, Entwürfe präzise zu bewerten und Iterationen zu vergleichen, bevor ein physischer Prototyp erstellt wird, was deren Anzahl deutlich reduziert.

„Viele der Designverantwortlichen, mit denen wir zusammenarbeiten, stehen unter Kostendruck und prüfen genau, wie viele physische Prototypen sie wirklich rechtfertigen können“, fährt Oluwaseyi fort. „Wenn ein einziges Tonmodell in einem Automobilstudio rund eine Viertelmillion Dollar kosten kann und Teams für ein Flaggschiff-Fahrzeug sechs oder sieben davon anfertigen, ist das ein enormer Zeit- und Kostenaufwand.“

„Mit AR kann ein Team um ein einziges physisches Modell herumstehen und mehrere digitale Variationen erkunden, bevor überhaupt der erste Schnitt in den Ton erfolgt. Anstatt jedes Mal ein neues Modell zu bauen, wenn ein Team eine andere Oberfläche oder Proportion ausprobieren möchte, können sie diese Optionen in AR überblenden und entscheiden, welche davon es wert sind, physisch umgesetzt zu werden.“

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Produktdesign zukunftssicher machen

Die Zukunft des Produktdesigns wird zunehmend virtuell. Damit dieser Übergang erfolgreich ist, muss die Verbindung zwischen virtuellem und physischem Design gestärkt werden. Augmented Reality ermöglicht den Teams, Produkte virtuell umfassender zu prüfen, da sie dasselbe 3D-Konzept im echten Maßstab sehen und Proportionen, Ergonomie und räumliche Wirkung so erleben können, als stünden sie vor dem realen Objekt.

„Unsere neuen Upgrades ermöglichen es, räumliche Ausrichtungen zu erstellen, zu bearbeiten, zu speichern und sie in einem virtuellen Raum zu fixieren“, sagt Oluwaseyi. „Das bedeutet, dass alle Inhalte des virtuellen Raums genau dort bleiben, wo sie sein sollen, und man ein echtes Gefühl für Verdeckung und Tiefe bekommt. Man kann sogar reale Referenzobjekte hinzufügen.“

„Teams in Detroit können denselben virtuellen Prototyp in Originalgröße betrachten wie ein Team in Tokio. Anstatt für jede Überprüfung Leute einzufliegen oder für jede Option einen neuen Prototyp zu bauen, können Teams viel mehr Iterationen virtuell durchführen. Man kann den Raum sogar verlassen und später zurückkehren – das digitale Objekt bleibt korrekt ausgerichtet. Das senkt Kosten, spart Zeit und mindert die Risiken virtueller Reviews und teurer Prototypen, ohne die Qualität oder Innovation des Endprodukts zu beeinträchtigen.“

Info: Gravity Sketch

Gravity Sketch wurde 2014 von Oluwaseyi Sosanya, Daniela Paredes und Daniel Thomas gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch seinen immersiven 3D-Arbeitsbereich bessere Produkte zum Leben zu erwecken. Über VR, AR und Bildschirm ermöglicht die Plattform allen am Produktentwicklungsprozess Beteiligten, Designprobleme frühzeitig und sicher zu lösen, Zeit zu gewinnen und teure Prototypen im weiteren Verlauf zu reduzieren. Gravity Sketch nutzt räumliche Zusammenarbeit, leistungsstarke Ideation-Tools und maßstabsgetreue Immersion, um Teams um 3D-Daten herum zu vereinen. Die Plattform wird derzeit von Automobil-, Schuh- und Industriedesign-Studios weltweit eingesetzt.

Weitere Informationen: https://gravitysketch.com/