Digitale Transformation: Nur 49 Prozent der Unternehmen der EMEA-Region wollen ihre Digitalisierungsbemühungen beschleunigen.
(Quelle: Summit Art Creations/stock.adobe.com)
Sind europäische Unternehmen die digitale Transformation leid? Zwar ist der Begriff geläufiger denn je.
Jedoch bekunden nur 49 Prozent der Unternehmen der EMEA-Region (Europa, Naher Osten, Afrika) die Absicht, ihre Digitalisierungsbemühungen zu beschleunigen -- verglichen mit 88 Prozent in Nord- und Südamerika oder 56 Prozent im asiatisch-pazifischen Raum.
Wobei es, laut Gartner, die IT-Fachleute selbst sind, die auf die Bremse treten. Ihre Bereitschaft, Veränderungsinitiativen zu unterstützen, sei seit der Zeit vor der Pandemie um die Hälfte gesunken.
Symptom Nr. 1: Wenig Agilität für die digitale Transformation, trotz vernetzter IT-Systeme
Laut digitalem Reifegradindex 2022 von Deloitte haben etwa 92 Prozent der europäischen Unternehmen ein gewisses Maß an Integration zwischen den wichtigsten IT-Anwendungen wie ERP, CRM, Product Lifecycle Management (PLM) oder Manufacturing Execution System (MES) erreicht.
Allerdings haben diese technischen Fortschritte nur sporadisch zu größerer Agilität geführt. Und das, obwohl Fachleute die Agilität als den wichtigsten Bereich, in dem digitale Transformation zu kurz gekommen sei, nennen – und 47 Prozent Agilität als Priorität zukünftiger Initiativen fordern.
Symptom Nr. 2: Ständiges Jonglieren zwischen mehreren Anwendungen
Hauptverantwortlich dafür ist die Anwendungslandschaft, die von Umstellungsinitiativen geschaffen wurde, insbesondere in projektorientierten Unternehmen.
Denn anstatt die Prozesse zu vereinfachen, haben die aufeinanderfolgenden Umgestaltungen oft zu einer fragmentierten Softwarelandschaft geführt. Durch Beobachtung von Teams in Fortune-500-Unternehmen wurde festgestellt, dass ein durchschnittlicher Mitarbeiter 1'200-mal pro Tag zwischen verschiedenen Schnittstellen wechselt, wobei für einige gängige Aufgaben bis zu 20 verschiedene Softwareanwendungen erforderlich waren!
Negative Folgen dieser Fragmentierung sind kognitive Überlastung, manchmal auch als „Umschaltsteuer“ bezeichnet, langsamere Einarbeitung neuer Mitarbeiter, schlechtere Datenqualität und allgemein größere Schwierigkeiten einen Überblick über Vorgänge zu haben.
Darüber hinaus sind etwa 40 Prozent projektorientierter Unternehmen in Schlüsselbereichen wie Projektplanung auf manuelle Datenexporte und doppelte manuelle Eingaben in verschiedenen Anwendungen angewiesen, wie eine von Hexagon und dem Project Management Institute durchgeführte Studie zeigt.
Symptom Nr. 3: Anti-Patterns im Projektmanagement
Die Vielzahl von Lösungen und Anwendungen stellt für IT-Teams eine erhebliche Belastung dar. Dies macht sich vor allem in projektorientierten Unternehmen bemerkbar, da projektübergreifend oft unterschiedliche Software eingesetzt wird. Laut Hexagon und dem Project Management Institute verwenden nur 40 Prozent der Unternehmen dieselbe Software auf unterschiedlichen Projekten. Dabei bestimmt die Wahl der Software allzu oft die persönliche Vorliebe oder die individuellen Kenntnisse des Projektleiters.
Darüber hinaus wird die Müdigkeit in Sachen digitale Transformation von der alltäglichen Verwendung von „Schatten-IT“ – also nicht von der Unternehmens-IT-Abteilung bereitgestellte oder autorisierte Softwareanwendungen – und die ineffektive Nutzung von Excel-Tabellen für das Projektmanagement verstärkt.
Symptom Nr. 4: Mangelndes Vertrauen in Daten
Ohne Vertrauen in die Daten, die einer Automatisierung zugrunde liegen, können Unternehmen keine datengestützten Entscheidungen treffen.
Die Studie von Hexagon und dem Project Management Institute hat eine starke Korrelation zwischen Datenvertrauen und Projekterfolgsraten festgestellt. Denn Unternehmen, die mehr als 80 Prozent ihrer Projekte erfolgreich abschließen, weisen im Vergleich zu anderen ein deutlich höheres Vertrauen in ihre Daten auf. Dieses Vertrauen ermöglicht nicht nur ein effektiveres Projektmanagement, sondern setzt auch erhebliche Ressourcen, Zeit und Geld für weitere Verbesserungen frei.
Im Kehrschluss kann es nützlich sein Projekt- und IT-Teams zu fragen, welchen Informationen sie nicht vertrauen. Damit neue Tools gesucht, robustere Rahmen für die Datenvalidierung implementiert oder Datenerfassungsszenarien überdacht werden können.
Stand: 16.12.2025
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