Expertengipfel Antriebstechnik

Wie Simulation, digitale Zwillinge und KI das Engineering definieren

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Daniel Lindemann, Senior Vice President Global Key Account Management, Lenze SE

Welche aktuellen technologischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen beeinflussen die Produktentwicklung in der Antriebstechnik besonders?

Die Antriebstechnik erlebt einen tiefgreifenden Wandel. Strengere Energieeffizienzvorgaben, hochintegrierte mechatronische Systeme und der permanente Druck, Produkte schneller zur Marktreife zu bringen, stellen die Branche vor enorme Herausforderungen. Ein modernes Antriebspaket muss deshalb weit mehr leisten als 'nur' technisch zu überzeugen: Es muss offen, interoperabel und intuitiv nutzbar sein – und sich nahtlos in unterschiedlichste Automatisierungslandschaften einfügen. Genau diese Verbindung aus Leistungsfähigkeit, Flexibilität und radikaler Einfachheit wird heute zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal.

Daniel Lindemann, Senior Vice President Global Key Account Management, Lenze SE.(Bild:  Lenze SE)
Daniel Lindemann, Senior Vice President Global Key Account Management, Lenze SE.
(Bild: Lenze SE)
Mechanik, Elektronik und Software arbeiten heute in gemeinsamen, standardisierten Datenräumen.

Welche Bedeutung haben simulationsbasierte Entwicklungsprozesse und digitale Zwillinge für die virtuelle Absicherung, Funktionsvalidierung und Verkürzung der Entwicklungszyklen?

Simulationsgestützte Entwicklungsmethoden werden dabei zu wichtigen Werkzeugen. Sie ermöglichen eine belastbare virtuelle Absicherung, lange bevor der erste Prototyp entsteht. Varianten, Lastprofile oder das Regelungsverhalten lassen sich realitätsnah vorab testen, damit Fehler minimiert, Entwicklungszyklen verkürzt und die Systemqualität gesteigert wird. Für uns heißt das: Wir gelangen schneller zu konsistenten, robusten und durchdachten Antriebslösungen. Und für den Kunden bedeutet es spürbare Sicherheit und Effizienz im gesamten Engineering‑Prozess.

Wie verändern automatisierte Engineering-Workflows und modellbasierte Entwicklungsmethoden die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Mechanik, Elektronik und Software in der Entwicklung intelligenter Antriebssysteme?

Automatisierte Workflows und modellbasierte Methoden verändern parallel die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Mechanik, Elektronik und Software arbeiten heute in gemeinsamen, standardisierten Datenräumen. Dadurch steigt die Wiederverwendbarkeit, Schnittstellenrisiken sinken, und die Integration in IT‑ und Automatisierungssysteme wird deutlich zuverlässiger. Offene Schnittstellen und klare Engineering‑Standards sorgen dafür, dass Antriebe schneller in Betrieb genommen, parametrisiert und gewartet werden können. Ein echter Praxisvorteil, der unmittelbar beim Kunden ankommt.

Wie kann der Einsatz von künstlicher Intelligenz die Performance und Effizienz neuer Antriebssysteme verbessern?

Natürlich erschließt Künstliche Intelligenz auch neue Potenziale für Performance und Effizienz. KI‑basierte Regelungen reagieren adaptiv, verbessern den Energieverbrauch und erhöhen die Anlagenverfügbarkeit. In Kombination mit benutzerfreundlichen Tools wie Lenze FAST oder dem EASY System Designer sowie interoperablen Plattformen entsteht so ein intelligentes, leistungsstarkes Antriebssystem, das sich mühelos in moderne Produktionsumgebungen einbettet.

Die Richtung ist daher klar: Die Zukunft gehört durchgängigen, hochgradig integrierbaren und intuitiv nutzbaren Antriebssystemen. Interoperabilität und Usability werden dabei ebenso wichtig wie technische Exzellenz – und genau auf diese Kombination setzt Lenze den Fokus.

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