Das Deep-Tech-Unternehmen PhysicsX nutzt eine neue Finanzierungsrunde zur Weiterentwicklung seiner KI-basierten Simulationssoftware. Ziel ist es, Entwicklungszyklen in der Hardware-Fertigung durch effizientere Modellrechnungen unter anderem auf Basis von Physik-KI und skalierbaren Large Physics-Modellen deutlich zu verkürzen.
PhysicsX sichert sich 300 Millionen US-Dollar für die Skalierung seiner Physik-KI-Plattform (Symbolbild).
PhysicsX, ein Unternehmen, das Physik-KI-Lösungen für die Industrie entwickelt, gibt den Abschluss einer überzeichneten Series-C-Finanzierungsrunde in Höhe von 300 Millionen US-Dollar bekannt. Die Unternehmensbewertung liegt damit bei rund 2,4 Milliarden US-Dollar. Angeführt wird die Runde von Temasek, unter Beteiligung der neuen Investoren M&G Investments und Intrepid Growth Partners sowie bestehender Investoren wie Applied Materials, Atomico, General Catalyst, July Fund, NGP, Nvidia, Radius und Siemens. Temasek investierte erstmals 2025 in PhysicsX und spielte eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der internationalen Expansion und des Wachstums des Unternehmens.
PhysicsX entwickelt und implementiert eine KI-native Engineering-Plattform. Ziel ist es, Hardware-Innovationen zu beschleunigen und die Produktivität in Technik und Fertigung von Industrieunternehmen signifikant zu steigern.
Branchen, die die weltweit kritischste Hardware herstellen – darunter Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Energie, Halbleiter, Automobilbau, Materialherstellung und Rechenzentren – stehen unter enormem Druck. Sie müssen immer bessere Produkte in immer kürzeren Zeiträumen liefern. Dieser Druck trifft auf eine Realität, die jedem Ingenieur vertraut ist: Die Simulations-Workflows im Zentrum der Hardware-Entwicklung sind langsam, teuer und schwer skalierbar.
Physikalisches Verhalten schneller vorhersagen
Der Software-Stack von PhysicsX wurde entwickelt, um diesen Flaschenhals zu beseitigen. Die KI-Modelle des Unternehmens sollen physikalisches Verhalten in Sekunden statt in Stunden oder Tagen voraussagen, wie das Unternehmen betont. Dies ermöglicht es Engineering-Teams, um Größenordnungen mehr Designvarianten zu evaluieren und physikalische Erkenntnisse über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg zu nutzen: vom frühen Entwurf und der Fertigung bis hin zu digitalen Zwillingen im Echtzeitbetrieb.
Bereits wird die PhysicsX-Plattform in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Halbleiter, Industriemaschinen, Automobilbau, Energie und Materialwirtschaft eingesetzt. Da Modellarchitekturen und GPU-Kapazitäten nun reif genug für den industriellen Einsatz von Physik-KI sind, hat die Technologie einen Wendepunkt erreicht – der ideale Moment für eine beschleunigte Skalierung.
Kundenbasis mehr als verdoppelt
Die Finanzierung erfolgt in einer Phase rasanten Wachstums: PhysicsX konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln und den Auftragseingang verdreifachen. Zudem hat sich die Kundenbasis im letzten Jahr mehr als verdoppelt. Das Team ist mittlerweile auf über 300 Mitarbeiter angewachsen und hat seine Größe in den letzten zwölf Monaten verdoppelt.
Schwerpunkt: größere Physik-KI-Modelle
Die neuen Mittel werden das weltweite Wachstum, den Ausbau der Plattformfunktionen und die Spitzenforschung vorantreiben. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung größerer, leistungsfähigerer vor-trainierter Physik-KI-Modelle, den sogenannten „Large Physics Models“.
„Fast jede komplexe Herausforderung in der physischen Wirtschaft – bessere Chips, effizientere Triebwerke oder optimierte Energiesysteme – hängt davon ab, wie schnell und präzise Ingenieure die zugrunde liegende Physik beherrschen“, sagt Jacomo Corbo, Mitgründer und CEO von PhysicsX. „Über Jahrzehnte war dies die limitierende Komponente für Hardware-Innovationen. Physik-KI hebt diese Beschränkung auf. Wir geben Ingenieuren die Möglichkeit, in Sekunden Tausende von Designs zu untersuchen, wo früher nur eine Handvoll möglich war. Diese Finanzierung erlaubt es uns, diese Technologie weltweit in die Hände von mehr Ingenieuren zu legen und die Grenze hin zu noch leistungsfähigeren Large Physics Models zu verschieben.“
Effizientere Simulationen mit besseren Ergebnissen
Robin Tuluie, Gründer und Chairman von PhysicsX, ergänzt: „Hochpräzise Physik-Simulationen waren schon immer extrem wertvoll, aber auch langsam, teuer und einer kleinen Gruppe von Spezialisten vorbehalten. Physik-KI ändert das grundlegend. Sie macht Simulationen drastisch effizienter, verbessert Ergebnisse durch die Integration von Realdaten in unsere Modelle und öffnet Türen für Anwendungen, die bisher unpraktikabel waren. Wir glauben an die Demokratisierung dieser Technologie für alle technischen Profile in einem Unternehmen – vom Ingenieur über den Designer bis zum Anlagenbediener. Wenn sich diese Fähigkeit verbreitet, potenziert sich ihr Nutzen für das gesamte Unternehmen.“
Stand: 16.12.2025
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