Nvidia präsentiert neue Software und Modelle für autonome KI-Agenten. Anbieter wie Siemens und Microsoft nutzen die Technik bereits, um komplexe Arbeitsabläufe besser zu automatisieren.
Autonome KI-Agenten fungieren als digitale Mitarbeiter und führen Simulationen sowie Verifizierungen durch.
(Bild: Nvidia)
Die neue Nvidia Agent-Toolkit-Software bietet die Grundlage für die Entwicklung von KI-Anwendungen in Unternehmen. Sie umfasst aktuelle Entwürfe für „NemoClaw“, „Nemotron“-Modelle, die sichere Laufzeitumgebung „OpenShell“ sowie CUDA-X-Bibliotheken mit spezifischen Fähigkeiten für Agenten. Unternehmen wie Cadence, Dassault Systèmes, Siemens und Synopsys setzen NemoClaw ein, um autonome KI-Agenten zu entwickeln. Diese fungieren als digitale Mitarbeiter und führen Simulationen sowie Verifizierungen durch, wodurch mehrwöchige Arbeitsschritte auf wenige Stunden verkürzt werden können.
Das neue Modell „Nemotron 3 Ultra“ ist für den Langzeitbetrieb von KI-Agenten konzipiert. Es bietet eine fünffach schnellere Verarbeitung bei bis zu 30 % geringeren Kosten für komplexe Aufgaben. CrowdStrike und Palantir nutzen diese Modelle bereits zur Optimierung der Cybersicherheit und betrieblicher Entscheidungsprozesse.
Zudem arbeiten Nvidia und Microsoft an einer nativen Windows-Integration für persönliche Agenten. Canonical und Red Hat integrieren OpenShell als sichere Open-Source-Laufzeitumgebung mit Datenschutz-Kontrollen für PCs, Rechenzentren und Cloud-Systeme.
Neue Software-Strukturen für die Industrie
Auf der GTC in Taipeh kündigte Nvidia neue Software, Modelle und Partnerschaften an, um autonome KI-Agenten für Bereiche wie Ingenieurwesen, Gesundheitswesen und Geschäftsprozesse zu etablieren.
Diese Agenten benötigen neben einem Basismodell eine zusätzliche Software-Ebene (Harness), die Funktionen wie Planung, Kontextverwaltung, Gedächtnis und Sicherheit bereitstellt. Das Nvidia Agent-Toolkit ermöglicht es Unternehmen, solche Agenten skalierbar einzusetzen. Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia, betont, dass diese KI-Mitarbeiter Angestellte dabei unterstützen, komplexe Aufgaben schneller zu lösen und menschliches Fachwissen zu ergänzen.
Autonome KI-Ingenieure beschleunigen Design und Simulation
In der Halbleiterindustrie und im industriellen Ingenieurwesen gehören Simulation und Verifizierung zu den zeitaufwendigsten Aufgaben. Teams müssen oft komplexe, sich wiederholende Arbeitsabläufe über Tage oder Wochen hinweg ausführen, bevor ein Entwurf finalisiert werden kann.
Unternehmen wie Cadence, Dassault Systèmes, Siemens, Synopsys sowie Flexcompute, Luminary, Neural Concept, nTop, P-1 AI, PhysicsX und Synera nutzen bereits Nvidia NemoClaw, um autonome KI-Ingenieure als digitale Mitarbeiter zu entwickeln. Durch die Delegation dieser Aufgaben an dauerhaft aktive KI-Systeme können Engineering-Zyklen von mehreren Wochen auf wenige Stunden verkürzt werden. Dies ermöglicht es den Fachkräften, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, die menschliche Expertise erfordern.
Cadence setzt Nvidia OpenShell zur Absicherung seines „ChipStack AI Super Agent“ ein. Dieser vollautonome KI-Ingenieur übernimmt das Design und die Verifizierung von Chips. NVIDIA selbst nutzt dieses System bereits zur Prüfung eigener Chip-Entwürfe.
Dassault Systèmes nutzt NemoClaw und OpenShell, um seine 3DExperience-Plattform für den Einsatz autonomer Agenten in Design, Simulation und Fertigung zu optimieren.
Siemens integriert diese Technologien in den „Fuse EDA AI Agent“. Dieser spezialisierte Agent plant und steuert komplexe Arbeitsabläufe beim Entwurf von Halbleitern, integrierten 3D-Schaltkreisen und Leiterplatten.
Synopsys arbeitet mit Nvidia an der Entwicklung dauerhaft aktiver KI-Ingenieure für das Chip-Design, wobei die vollständige Automatisierung ganzer Arbeitsabläufe im Fokus steht.
Zudem testet Foxconn NemoClaw für seine Plattformen „Nurabot“ und „CoDoctor“. Hierbei unterstützen spezialisierte KI-Agenten die klinische Diagnostik, Dokumentation und Pflegekoordination. Darüber hinaus entwickelt Foxconn mit „MoMClaw“ einen Agenten für den Fabrikbetrieb. Dieser verknüpft Sensor- und Maschinendaten, um Echtzeit-Analysen und Handlungspläne zu erstellen, während OpenShell für die Einhaltung von Sicherheits- und Datenschutzvorgaben sorgt.
Modelle für den Dauerbetrieb
Nvidia hat neue Open-Source-Modelle vorgestellt, darunter „Nemotron 3 Ultra“. Mit 550 Milliarden Parametern bietet dieses Mixture-of-Experts-Modell hohe Leistung für Programmierung und Forschung. Es ist für gängige Frameworks wie LangChain oder OpenHands optimiert.
In der Cybersicherheit nutzt CrowdStrike die Modelle, um Schwachstellen und Fehlkonfigurationen kontinuierlich zu identifizieren und zu beheben. Palantir integriert die Technik in seine Plattform, um komplexe Aufgaben autonom auszuführen und kontinuierlich aus Interaktionen zu lernen.
Sicherheit und Laufzeitumgebungen
Da autonome KI-Agenten zunehmend unabhängig agieren, Code schreiben und auf lokale Dateien zugreifen, sind Sicherheitsvorkehrungen entscheidend. Die Kooperation mit Microsoft bringt neue Sicherheitskomponenten für Windows hervor, die Identitätsschutz und isolierte Ausführungsumgebungen bieten.
OpenShell übernimmt dabei die intelligente Steuerung: Abfragen werden je nach Datenschutzrichtlinie entweder an lokale Modelle geleitet oder bei Cloud-Anfragen anonymisiert. Canonical stellt OpenShell über Ubuntu-Container bereit, während Red Hat die Umgebung in seine KI-Plattform integriert, um die Infrastruktur-Kontrolle zu gewährleisten. Auch SAP und ServiceNow nutzen OpenShell bereits zur Absicherung ihrer KI-Agenten.
Stand: 16.12.2025
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KI-Agenten: Fachspezifische Fähigkeiten durch CUDA-X
KI-Agenten können nun gezielt auf CUDA-X-Bibliotheken zugreifen, um spezialisierte Aufgaben zu lösen:
cuDF: Beschleunigt die Analyse großer Datensätze.
cuOpt: Löst komplexe Optimierungsprobleme in der Logistik und Lieferkette.
AI-Q: Unterstützt Wissens-Workflows durch intelligente Abfrage-Steuerung.
NeMo: Erleichtert die Anpassung von Modellen an spezifische Fachbereiche.
PhysicsNeMo: Ermöglicht physikalische Simulationen für Wissenschaft und Technik.
CUDA-Q: Unterstützt die Entwicklung und Simulation von Quantenprogrammen.
Zusätzlich wurden Open-Source-Bibliotheken für die Entwicklung von Robotik und autonomen Systemen veröffentlicht.
Verfügbarkeit
Nvidia NemoClaw ist ab sofort verfügbar, OpenShell befindet sich in einer frühen Vorschauphase. Das Modell Nemotron 3 Ultra soll ab dem 4. Juni über Plattformen wie Hugging Face und als Nvidia-Cloud-Service bereitstehen. Spezialisierte Fähigkeiten für Agenten sind zudem über Marktplätze wie Claude Code verfügbar.