Raumfahrt / Quantentechnologien / Hochfrequenztechnik Schlüsseltechnologien und Quantenanwendungen auf der ILA Berlin 2026

Verantwortliche:r Redakteur:in: Andreas Müller 3 min Lesedauer

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Weltraumtaugliche Diodenlaser, modulare MIMO-Radarsysteme und miniaturisierte Quantensensoren: Das Berliner Ferdinand-Braun-Institut präsentiert auf der ILA Berlin 2026 kompakte Hochtechnologien für Raumfahrt, Kommunikation und präzise Sensorik unter extremen Bedingungen.

Mikrointegriertes Lasermodul mit integriertem Halbleiter-optischem Verstärker für präzise quantenoptische Experimente im Weltraum. (Bild:  Bernhard Schurian, © Ferdinand-Braun-Institut / schurian.com)
Mikrointegriertes Lasermodul mit integriertem Halbleiter-optischem Verstärker für präzise quantenoptische Experimente im Weltraum.
(Bild: Bernhard Schurian, © Ferdinand-Braun-Institut / schurian.com)

Das Berliner Ferdinand-Braun-Institut (FBH) präsentiert auf der ILA Berlin 2026 seine aktuellen Entwicklungen für Raumfahrt- und Quantentechnologien. Vom 10. bis 14. Juni 2026 zeigt das Institut am Gemeinschaftsstand Berlin-Brandenburg in Halle B, Stand 310, ein breites Technologieportfolio – darunter weltraumtaugliche Diodenlaser und photonische Module, Hochfrequenz- und Radarsysteme sowie miniaturisierte Quantensensoren.

Entwicklungen für Raumfahrt- und Quantentechnologien auf der ILA Berlin 2026

Im Mittelpunkt stehen sehr zuverlässige Diodenlaser für den Einsatz unter den harschen Bedingungen des Weltraums. Das FBH entwickelt miniaturisierte, strahlungsresistente Laserquellen für Pump-Laser- und LiDAR-Anwendungen sowie robuste Packaging- und Integrationstechnologien. Für kompakte und hochintegrierte Lasermodule setzt das Institut auf seine etablierte MiLas-Plattform. Die Technologie kombiniert mikrooptische Integration mit hoher mechanischer und thermischer Stabilität und eignet sich unter anderem für optische Kommunikation, Sensorik und Quantentechnologien im All.

Darüber hinaus zeigt das Institut integrierte Radarsysteme für Erdbeobachtung und Navigation sowie leistungsstarke Mikrowellenkomponenten. Ergänzt wird die Ausstellung durch 3D-gedruckte Keramiktechnologien für robuste Quantensysteme, ultrakompakte optische Isolatoren für Wellenlängen zwischen 400 und 950 Nanometern sowie miniaturisierte Sensorsysteme. Die Technologien adressieren zentrale Anforderungen moderner Raumfahrtmissionen: hohe Integrationsdichte, geringes Gewicht, Energieeffizienz und robuste, skalierbare Systemarchitekturen.

3D-gedruckte Keramiken für robuste Quantensensoren

Im Bereich Quantentechnologien präsentiert das FBH seine Expertise bei additiv gefertigten technischen Keramiken für miniaturisierte und widerstandsfähige Quantensysteme. Mithilfe von 3D-gedruckten Oxid- und Nitridkeramiken entstehen kompakte und hochstabile Plattformen, die optische, elektronische und atomare Komponenten integrieren. Die Anwendungen reichen von tragbaren Quantensensoren bis hin zu Frequenzmetrologie und optischen Kalibriersystemen.

Als Beispiel zeigt das Institut das kompakte optische Frequenzreferenzmodul CerAMRef. Das mikrointegrierte System erzeugt ein Doppler-freies Spektrum der Rubidium-D2-Linie bei 780 Nanometern und ermöglicht eine präzise Laserstabilisierung für Quantensensorik und Metrologie. Die fasergekoppelte Baugruppe integriert Spektroskopiesystem, mikrooptische Komponenten, Rubidiumdampfzelle, Photodiode und Ausleseelektronik auf einer additiv gefertigten Aluminiumoxid-Plattform. Das Modul benötigt lediglich rund ein Watt elektrische Leistung und erreicht eine relative Frequenzinstabilität von weniger als 3 × 10^-12 bei einer Mittelungszeit von einer Sekunde.

Zusätzlich präsentiert das FBH am DLR-Stand im Space Pavilion ein quantenoptisches Magnetometer auf 3D-gedruckter Keramik für Anwendungen an Bord der International Space Station.

Modulares MIMO-Millimeterwellenradar für Raumfahrtanwendungen

Ein weiteres Exponat ist ein neues modulares MIMO-Millimeterwellenradarsystem für hochauflösende Bildgebung und Sensorik in Raumfahrtanwendungen. Das FBH entwickelt das System gemeinsam mit Projektpartnern auf Basis einer skalierbaren Panel-Architektur. Dadurch lassen sich Radaraperturen flexibel an unterschiedliche Missionsanforderungen anpassen.

Das System arbeitet bei 95 GHz mit einer Bandbreite von 10 GHz und unterstützt sowohl klassische Radaraufgaben als auch bildgebende Anwendungen. Jedes Modul integriert acht Sende- und acht Empfangskanäle und nutzt Multiple-Input-Multiple-Output-Technologie (MIMO), um ohne bewegliche mechanische Teile eine effektive Apertur zu erzeugen. So wird hochauflösende radarbasierte Bildgebung mit präziser Strahlsteuerung möglich.

Das FBH entwickelt zentrale Komponenten selbst, darunter DDS-Schaltungen, monolithisch integrierte Schaltungen (MMICs) für Frequenzauf- und -abwärtswandlung in Indiumphosphid-DHBT-Technologie sowie Hornantennen mit Wellstruktur.

Ka-Band-Leistungsverstärker für Satellitenkommunikation

Außerdem präsentiert das FBH einen neu entwickelten Ka-Band-Leistungsverstärker auf Basis von Mikrostreifentechnologie. Der Verstärker richtet sich an Anwendungen in der Satellitenkommunikation und in weltraumbasierten Hochfrequenzsystemen.

Entwickelt wurde das System im Rahmen eines Projekts mit der European Space Agency. Ziel war es, die galliumnitridbasierte 150-Nanometer-Gate-Technologie des Instituts für hohe Ausgangsleistungen bei hohen Frequenzen weiterzuentwickeln und zugleich die Zuverlässigkeit zu steigern. Der Verstärker soll Ausgangsleistungen von mehr als fünf Watt im Ka-Band bei hoher Energieeffizienz erreichen.

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Weitere Informationen: https://www.fbh-berlin.de/

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