Expertentalk: PLM-Lösungen für den Mittelstand

Wissen im System, nicht nur in den Köpfen

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Jan Niestrath, Industry Manager Industrial Machinery bei Autodesk

Wie können PLM-Lösungen Unternehmen dabei unterstützen, aktuelle Herausforderungen in der Fertigungsindustrie - etwa Fachkräftemangel, Variantenkomplexität oder die Integration von Nachhaltigkeitsanforderungen - effizient zu bewältigen?

PLM schafft Transparenz und Konsistenz über alle Produkt- und Prozessdaten hinweg. Und genau das ist die Basis, um Komplexität zu beherrschen, Ressourcen gezielt einzusetzen und letztlich auch die Vorteile von KI zu nutzen. Wenn wir zum Beispiel in unser Portfolio gucken, werden unsere Lösungen mittlerweile durch agentenbasierte KI-Tools ergänzt. Diese übernehmen automatisiert Routineaufgaben wie das Aktualisieren veralteter Zeichnungen oder das Überführen von Stücklisten in PLM-Workflows. Dadurch gewinnen Teams Zeit für wirklich wertschöpfende Tätigkeiten und Innovation. Ein klarer Vorteil in Zeiten knapper Fachkräfte. Gleichzeitig können Nachhaltigkeitskennzahlen früh in den Entwicklungsprozess integriert und gezielt optimiert werden.

Jan Niestrath, Industry Manager Industrial Machinery bei Autodesk. (Bild:  Autodesk)
Jan Niestrath, Industry Manager Industrial Machinery bei Autodesk.
(Bild: Autodesk)
KI-Agenten werden industriellen Standards genügen, anwendungsspezifische Zusammenhänge verstehen und Ingenieure bei komplexen Aufgaben entlasten.

Können Sie uns bitte ein Beispiel aus der Praxis nennen, in dem die PLM-Software zu verbesserter Produktentwicklung oder kürzerer Time-to-Market geführt hat?

Das belgische Unternehmen Reynaers Aluminium stand vor der Herausforderung, ein extrem umfangreiches, konfigurierbares Produktportfolio (Fenster-, Tür- und Fassadensysteme) mit vielen Varianten und tausenden Seiten Dokumentation zu handhaben. Durch die Einführung unseres Daten- und Prozessmanagements mit Vault und Fusion Manage in Kombination mit den Autorentools von Autodesk wurde eine zentrale Datenquelle geschaffen, in der Entwicklungsanforderung, CAD-Modelle und Stücklisten synchronisiert wurden. Projekt- und Entwicklungsstatus wurde für alle Beteiligten transparent, Zeitaufwände für manuelle Datenübertragungen reduzierten sich, das Fehlerrisiko bei Varianten sank und Entwicklungs- und Änderungsprozesse wurden spürbar schneller und prozesssicherer.

Welche technologischen Trends prägen aus Ihrer Sicht die Zukunft von PLM-Systemen, und wie bereiten Sie Ihre Lösung auf diese Entwicklungen vor?

Ich sehe drei zentrale Trends, die PLM in den kommenden Jahren prägen werden: künstliche Intelligenz, cloud-basierte Vernetzung und die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit.
KI wird in Zukunft aktiv Entscheidungen unterstützen: KI-Agenten werden industriellen Standards genügen, anwendungsspezifische Zusammenhänge verstehen und Ingenieure bei komplexen Aufgaben entlasten. In der Praxis reicht das von der fachübergreifenden Angebotserstellung bis hin zur Empfehlung konkreter Konstruktionslösungen.
Parallel dazu verschiebt sich PLM zunehmend in die Cloud. Teams arbeiten verteilt und eine zentralisierte Datenhaltung ermöglicht, Entwicklungsprozesse effizient und agil zu gestalten. Und das unabhängig davon, ob in der Konstruktion, Fertigung oder im Service. Diese Vernetzung ist essenziell.
Last but not least werden PLM-Systeme künftig noch stärker helfen, ökologische Kennzahlen wie Materialwahl, Recyclingquoten oder CO₂-Bilanz früh in die Produktentwicklung zu integrieren. Damit wird es möglich, fundierte Entscheidungen zu treffen, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch sinnvoll sind.

Weitere Informationen: https://www.autodesk.com/

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